Rückblick:
Am 15. Juni betrug das Monatsmittel 15,3 °. Das war 1,5 ° niedriger als das Monatsmittel der letzten 25 Jahre. Dann kam die Wende. Neun Tage mit mehr als 30 ° und 14 Sommertage mit 25 ° oder mehr drehten den Juni noch auf einen Mittelwert von 19,8 °. Das bedeutet: viertwärmster Juni seit 1972, dem Beginn meiner Messungen. Derzeitige Reihenfolge:
2019: 20,2 °
2023: 20,1 °
2021: 19,9 °
2026: 19,8 °
Die Häufung in den letzten Jahren ist augenfällig. So richtig deutlich wird die Wucht des Klimawandels erst beim Vergleich mit dem Juni-Klimamittel der Jahre 1931 bis 1960 in der Wetterstation Westig: 15,2 °. Der Mittelwert der Jahre 1999-2023 liegt bei 16,8 °, also 1,6 ° höher. Und der diesjährige Juni war nochmals 3 ° wärmer. Das Wasser der Ozeane war im Juni noch nie so warm wie in diesem Jahr. Das Meereis in den arktischen Regionen schmilzt immer schneller. Da Schnee- und Eisflächen die Sonnenstrahlen zu bis zu 95 % in den Weltraum zurück reflektieren, Wasser aber nur 20 %, läuft der Erwärmungsprozess immer schneller ab. Allein die Ausdehnung des Meerwassers durch die höhere Temperatur lässt die Meeresspiegel immer schneller ansteigen. Die Gletscherschmelze tut ein Übriges.
Menden heute:
Die Tiefdruckwelle zog nach Südosten ab, hinterließ in Bayern aber noch große Fußstapfen. In Hof kamen 67 mm Regen herunter, 40 mm in München und Regensburg. Bei uns rissen die Wolken rechtzeitig auf. So bekamen wir unter einem Azorenhochkeil einen sonnigen Sommertag mit angenehmen Temperaturen:
Tageshöchsttemperatur: 25,5 °
Tagestiefsttemperatur: 15,0 °
Tagesmitteltemperatur:
Sonnenscheindauer: 13:29 Stunden
Regen: 0,2 mm
Entwicklung:
Donnerstag wird der Hochkeil von Norden eingedrückt und die Fronten eines Tiefs bei Norwegen greifen von Westen auf uns über. Am späten Vormittag verdichten sich die Wolken. Nachmittags zieht ein dürftiges Regengebiet durch. Dahinter lockern die Wolken wieder auf. Nachts 14 °, nachmittags 24 °. Mäßiger von Süd auf West drehender Wind.
Freitag verstärkt sich der Hochkeil wieder. In der kühleren Luft bilden sich um die Mittagszeit Haufenwolken. Ansonsten ist es wolkig bis heiter und trocken. Nachts 11 °, nachmittags 23 °. Schwacher bis mäßiger nordwestlicher Wind.
Samstag zieht wieder eine Warmfront an der Nordseite des Hochkeil entlang. Wir bekommen ihre Wolkenfelder ab. Die sind meist in höheren Schichten zu finden, wo sie die Sonne durchscheinen lassen. Es wird also ein freundlicher Tag mit nachts sehr frischen 10 ° und nachmittags 25 °. Schwacher bis mäßiger westlicher Wind.
Sonntag folgt die Kaltfront des Nordmeertiefs nach. Wir bekommen dessen Bewölkung in abgeschwächter Form ab. Vermutlich bleibt es aber trocken. Die Sonne hat es nicht ganz so leicht. Nachts 16 °, nachmittags 23 °. Mäßiger Wind aus westlichen Richtungen.
Glaskugelbereich:
Montag wird unser Hochkeil von einem Trog des Skandinavientiefs nach Süden gedrückt. Es ist bei zufließender Atlantikluft oft stärker bewölkt mit Auflockerungen. Viel Regen gibt es nicht. Nachts 15 °, nachmittags 23 °. Dienstag sollen wir zwischen Tiefdruck über dem östlichen Europa und Hochdruck im Westen in eine nordwestliche Strömung kommen. Es wäre dann wechselnd wolkig mit Aufheiterungen und vermutlich trocken. Nachts 15 °, nachmittags 21 °.

