Unwetter:
Gestern Abend war für die Katastropheneinsätze nicht die Bodenwetterkarte heranzuziehen. In 5 km Höhe befand sich über Norddeutschland ein Kaltlufttropfen. Meine Leser wissen, was das bedeutet. Auf relativ kleinem Raum hat sich ein mit Kaltluft angefülltes Höhentief niedergelassen. In diese Kaltluft steigen Pakete mit feuchtwarmer, gestern sogar fast heißer Luft mit großer Geschwindigkeit auf. Sie kondensieren zu hoch aufsteigenden Gewitterwolken. Eistropfen fallen herunter, werden aber von der von unten nachströmenden warmen Luft immer wieder nach oben geschleudert, setzen immer mehr Eismasse an und fallen erst herunter, wenn der Aufwind sie nicht mehr tragen kann. Die Eisklumpen gestern sollen bis zur Tennisballgröße angewachsen sein. Dem hält kein Autodach und auch kaum ein Wintergarten stand. Die Schäden sind groß. Radlader wurden eingesetzt, um die Hagelmassen von den Straßen zu bekommen.
Die Niederschlagssummen waren zum Teil enorm. Am meisten kam in Marienberg an der tschechischen Grenze herunter: 78 mm. Aber auch Berlin-Dahlem maß 45 mm. Ostwestfalen war mit dem Bielefelder Raum auch betroffen. In Bad Salzuflen fielen 18 mm Regen.
Die Klimamodelle zeigen seit Jahrzehnten, dass durch mehr Energie in der Atmosphäre (feuchtwarme Luft) sich derartige Wetterkapriolen häufen werden. Die Kosten der Katastrophen werden ziemlich schnell die Kosten der verpassten Vorbeugemaßnahmen überschreiten. Das gilt für die gesamte Welt. Bei uns könnten bald die Versicherungen überfordert sein und deren Beitragssteigerungen die derzeitigen Benzinpreissteigerungen eher lächerlich aussehen lassen.
Es ist schon seltsam, mit welchem Gleichmut die Reduzierung der Wärmepumpenförderung bei uns aufgenommen wird. Gebäude sind die größten CO2-Verursacher in Deutschland (40 %). 80 % davon werden hier fossil erzeugt. Erst 7,3 % des Gebäudebestandes wird mit Wärmepumpen geheizt.
Menden heute:
Für uns spielte weder die labile Luft im Süden noch der Kaltlufttropfen im Norden eine Rolle. Es war sonnig und trocken. Dabei ging die Temperatur wieder fast an die Hitzemarke von 30 ° heran.
Tageshöchsttemperatur: 29,1 °
Tagestiefsttemperatur: 17,5 °
Tagesmitteltemperatur:
Sonnenscheindauer: 13:06 Stunden
Regen: 0 mm
Entwicklung:
Mittwoch: Der Kaltlufttropfen wabert in den nächsten Tagen über dem nördlichen Deutschland herum. Über Süddeutschland befindet sich eine labile, zu Gewittern neigende Luftmasse. Wir profitieren weiter vom Nordmeerhoch und seinem zu uns gerichteten Keil. Es ist wieder heiter oder wolkenlos und trocken, Nachts 15 °, nachmittags 27 °. Schwacher bis mäßiger Nordostwind.
Donnerstag gewinnt das Tief über Frankreich Gelände nach Osten. Die Auswirkungen halten sich in Grenzen. Es ist heiter bis wolkig und weiterhin trocken. Nachts 15 °, nachmittags 28 °. Meist schwacher östlicher Wind.
Freitag bildet sich über Deutschland eine Tiefdruckrinne zwischen zwei Hochdruckgebieten. Die Auswirkungen spielen sich weitgehend südlich von uns ab. Dort treffen die von Norden einströmende kühle Luft und die schwüle Luftmasse im Süden aufeinander. Schauer und Gewitter sind die Folge. Wie stark die Schauerneigung bei uns ist, muss noch offen bleiben. Es sieht so aus, als ob wir wieder nichts oder nur wenig vom notwendigen Regen abbekämen. Nachts 17 °, nachmittags 27 °. Meist schwacher Wind.
Samstag schwenkt eine Kaltfront des Tiefs über Südschweden über uns hinweg. Es ist wechselnd, zeitweise auch stark bewölkt. Ob es Regen geben wird? Abwarten. Nachts 14 °, nachmittags 23 °. Meist mäßiger Nordwestwind.
Glaskugelbereich:
Sonntag kommt zögernd ein Azorenhochkeil nach Westdeutschland. In der Nordwestströmung wird Nordseeluft untergemischt. So ist es wechselnd bewölkt und trocken. Nachts 12 °, nachmittags 21 °. Montag ändert sich kaum etwas.
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