Donnerstag, 31. Dezember 2020

30. Dezember 2020

 Rückblick:

Hier ist bis auf die gestern geschriebene kurze Monatszusammenfassung der ausführliche Jahresrückblick, den ich heute der WP zur Verfügung gestellt habe. 

 

2020 war das wärmste Jahr seit Beginn meiner Wetteraufzeichnungen 1972. Die mittlere Jahrestemperatur beträgt 11,7 °.

Dies wäre eine spektakuläre Meldung. In Zeiten der Klimakrise haben wir sie aber fast erwartet. Wie hoch dieser Wert ist, wird erst deutlich, wenn man ihn mit dem Jahresmittel einer der wärmsten deutschen Städte vergleicht, Freiburg. Dort lag die mittlere Temperatur 1961-1990 bei 10,4 ° und 1981-2010 bei 11,4 °.

2020 reiht sich ein in die Rekordjahre des letzten Jahrzehnts:

2018: 11,6 °

2019: 11,2 °

2014: 10,9 °

Das letzte deutlich zu kalte Jahr mit einer Mitteltemperatur von nur 8,4 ° liegt zehn Jahre zurück. 2010, das Jahr mit dem Traumwetter zur Fußballweltmeisterschaft, hatte zu Beginn und zum Ende sehr kalte Wintermonate und das letzte Mal Schnee an allen Weihnachtstagen.

Der Temperaturrekord ist im Wesentlichen dem völlig ausgefallenen Winter geschuldet. 

2020 war nicht nur das wärmste Jahr, sondern auch das zweitsonnigste seit Messbeginn in Hemer 2002. Trotz der trüben Monate Oktober und Dezember schien die Sonne 2001 Stunden. Dieser Wert wurde nur 2018 mit 2135 Stunden übertroffen. Wie unglaublich hoch diese Werte für eine Stadt im Sauerland sind, wird bei den Vergleichswerten deutlich:

Mittlere Sonnenscheindauer in NRW 2020: 1.756 Stunden

Mittlere Sonnenscheindauer in Deutschland: 1.901 Stunden (viertsonnigstes Jahr seit 1951)

Der Durchschnittswert für die Wetterstation in Hemer seit 2002 liegt bei 1.681 Stunden. Alle besonders hohen Werte betreffen die Jahre seit 2015.

 

Die traurigste Meldung für die Natur: Es fiel wieder viel zu wenig Regen. Insgesamt habe ich 711 mm (= Liter je Quadratmeter) gemessen. Das sind 165 mm weniger als der Durchschnitt seit 1972. Viel Sonnenschein und hohe Temperatur sorgten für überdurchschnittliche Verdunstungsraten. Nach dem Dürrejahr 2018 (568 mm) und dem trockenen Jahr 2019 (764 mm) folgt nun das dritte Trockenjahr in Folge.

Das Ergebnis sehen wir in der noch verstärkten Dürre in den unteren Bodenschichten, den sehr niedrigen Füllhöhen der Ruhrtalsperren (61 %, 14 % weniger als vor einem Jahr), und der meist nur als Rinnsal fließenden Hönne.

Alle Daten und Trends sind nicht mehr nur kritisch, sie sind alarmierend. Wir befinden uns auf dem Weg in eine andere Lebenswelt. Noch finden wir vieles ganz angenehm: warme Sommer, viel Sonne und schöne und regenfreie Wochenenden. Doch das Drama schleicht sich an. Erstes Opfer bei uns sind die Fichten. Seit 200 Jahren großflächig im Sauerland heimisch, verschwinden sie bis auf die höheren Lagen des Rothaargebirges.

 

Menden heute:

Tief Hermine hat sich über Dänemark eingenistet. In fünf km Höhe thront darüber ein umfangreiches Höhentief mit Temperaturen um minus 35 °. Die Wetterlage ist winterlich. Heute wurde auf der Südseite des Tiefs wolkenreiche Atlantikluft nach Menden geführt. Sie war entsprechend angewärmt.

Tageshöchsttemperatur: 4,4 °

Tagestiefsttemperatur: 1,6 °

Tagesmitteltemperatur: 3,1 °

Sonnenscheindauer: 16 Minuten

Regen: 0,4 mm (der kurze Schauer fiel exakt zur gleichen Zeit wie gestern um 15:30 Uhr)


Entwicklung:

Silvester: Ein Randtief von Hermine zieht von Südwest nach Nordost über uns hinweg. Daran geknüpft ist ein Niederschlagsgebiet. Ob und in welcher Stärke es uns trifft, ist unsicher. Wir müssen den ganzen Tag mit leichtem Regen, Schneeregen oder auch mal Schnee rechnen. Die Schneefallgrenze liegt bei etwa 300 m. Es ist wirklich schwierig, eine verlässliche Vorhersage zu wagen. Der Deutsche Wetterdienst hat vorsichtigerweise schon mal eine Warnung vor leichtem Schneefall für Menden herausgegeben, obwohl er in seinen Karten eigentlich nicht daran glaubt. Nachts 2 °, am Tag kaum wärmer.

Neujahr: Zum Jahreswechsel besteht eine leichte Schauerwahrscheinlichkeit. Schneeregen oder Schnee. Am Tag ist es stark bewölkt. Wir haben aber die Chance auf Aufheiterungen. Dann nichts wie raus. Die Schauerneigung ist gering. Wenn, dann Schneeregen, in höheren Lagen Schnee. Nachts 1 °, am Tag 3 °.

Samstag bestimmt ein Italientief die Strömung. Sie dreht auf Nordost. Damit fließt kältere und zunächst etwas trockenere Luft zu uns. Es ist bewölkt mit einigen Auflockerungen. Die Schneeschauerwahrscheinlichkeit ist gering. Nachts 0 °, nachmittags 2 °.


Glaskugelbereich:

Es bleibt leicht winterlich. Sonntag und Montag kann es etwas Schnee geben. Vermutlich bleibt es bei einigen Flocken.

Die Diagramme und Karten für die erste Januarhälfte sind im Gegensatz zu den Langfristvorhersagen der Vorhersagezentren jetzt eher auf "unterdurchschnittliche Temperaturen" festgelegt.












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